Nur Fliegen ist schöner, sagen viele Trampolinturner. Bis zu neun Meter katapultiert sie das Trampolin nach oben. In Dresden kann man den Trendsport beim Post SV erlernen.

Hocksprung, Grätsche, Salto und Schrauben – spielend leicht sehen die Flugelemente bei Hannes Schütze aus. Er fliegt meterhoch, das Trampolin schnipst ihn wie eine Feder durch die Luft. Was so einfach aussieht, hat sich der 14-Jährige in den vergangenen zwei Jahren fleißig erarbeitet. Seitdem trainiert der Dresdner beim Postsportverein Dresden Trampolinturnen. Dreimal pro Woche steht er in der Sporthalle der 107. Oberschule an der Geisingstraße auf einem der drei Trampolins. Sein Ziel: Stetig schwierigere Sprünge erlernen. „Ich liebe das Gefühl des Fliegens. Derzeit übe ich den Doppelsalto mit halber Schraube“, erzählt Hannes, der durch eine Zirkus-AG in der Schule auf den Sport aufmerksam wurde. „Damals haben wir uns ein wenig auf dem Minitramp ausprobiert. Als ich dann bei Freunden mal auf einem richtigen Trampolin stand, wusste ich sofort, dass ich diesen Sport auch machen möchte. So kam ich zum Post SV.“ Der Verein ist der einzige in Dresden, der Trampolinturnen anbietet und als Talentstützpunkt eingestuft ist. Die Sportart gehört zum olympischen Programm und begeistert Mädchen wie Jungen. „Der Körper ist ganzheitlich gefordert, man braucht Kraft, Koordination und natürlich auch ein klein wenig Mut“, erzählt Hannes, der sich nebenbei noch für Breakdance und Parkour begeistert. Beim Turnfest 2017 in Berlin hat er auch schon die Atmosphäre großer Wettkämpfe kennenlernen dürfen, bei denen er je zehn Sprünge in Pflicht und Kür zeigen muss. „Unsere Vision ist es, das Trampolinturnen beim Post SV stärker wettkampforientiert auszurichten. Dazu wollen wir künftig auch mehr Übungsleiter ausbilden und so das Training auf mehrere Schultern verteilen. Denn alle Trainer arbeiten ehrenamtlich neben ihren Jobs“, erzählt Thomas Taubert, der an diesem Tag das Training leitet. „Wir wollen zunehmend mehr Kinder für Wettkämpfe befähigen, sodass wir künftig auch an Mannschaftsturnieren teilnehmen können.“ Die ersten Medaillen hat auch die zehnjährige Olivia bereits in ihrem Zimmer hängen. Sie wollte eigentlich Turnerin werden, war damals aber mit acht Jahren bereits zu alt, um damit zu beginnen. „Trampolinturnen war eine tolle Alternative für mich. Ich mag es, zu springen, und ich habe hier auch Freunde gefunden“, erzählt sie. Der Verein ist für Nachwuchs immer offen. „Die Kinder sollten zwischen sechs und acht Jahren alt sein und einen klassischen Purzelbaum gut hinbekommen. Sie sollten also über gute motorische Fähigkeiten und Körperspannung verfügen. Die athletische Ausbildung ist dann aber auch Teil unseres Trainings, um die Kinder auf die Anforderungen des Trampolinturnens vorzubereiten. Für einen guten Absprung brauchen sie alle Muskelpartien“, erklärt Thomas Taubert. „Oft hört man, dass Trampolinturnen gefährlich sei, aber dem ist nicht so. Die Kinder lernen die richtige Technik, und ihre Übungen werden am Gerät immer durch eine spezielle Matte gesichert.“ Mit den Trampolinen, die viele Familien im Garten aufstellen, haben die professionellen Geräte wenig gemein. Sie unterscheiden sich deutlich in der Qualität und Stärke von Sprungtuch und Federn. Wer es in dieser Trendsportart einmal bis in die Bundesliga oder gar zu Olympia schafft, springt bei den schwierigsten Elementen übrigens bis zu neun Meter hoch. Skadi Hofmann

Kontakt:

Post SV Dresden
Abteilung Trampolinturnen
Mail: trampolinturnen-dresden@gmx.de
im Netz: www.post-sv-dresden.de

Foto: Steffen Füssel

Foto: Steffen Füssel

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