Der Apfel ist ein Allroundtalent, sein lateinischer Name heute längst widerlegt.

An Sünde denkt heute kaum noch jemand, wenn er einen Apfel sieht. Dabei bedeutet das lateinische „Malus“ so viel wie das „Böse“. Diese Bezeichnung ist auf die Bibel zurückzuführen – auf den Sündenfall, als die Schlange Adam und Eva verführt haben soll, die verbotene Frucht vom Baum der Erkenntnis zu essen. Allerdings: Man weiß überhaupt nicht, ob es tatsächlich ein Apfel war. Zur Disposition stehen auch Feige und Granatapfel. Und wenn doch – dann steht der Apfel wohl eher für Erkenntnis als für Sünde. Und in puncto Erkenntnis ist man heute ohnehin viel weiter als zu Evas Zeiten. Denn inzwischen weiß man, dass jeder Apfel zu über 80 Prozent aus Wasser besteht. Zudem kommen auf 100 Gramm etwa 60 Milligramm Vitamin C, zwölf Gramm Zucker und um die 80 Kilokalorien. Und weiter geht’s: Der Vitaminreiche – neben C sind auch B und A mit von der Partie – liefert auch Ballast- und Mineralstoffe, Dextrose, Pektine, verschiedene Säuren und so weiter. Ein kleines Wunder in der großen Nahrungskette, auch deshalb, weil er zugleich Lebens- und Heilmittel ist. So hilft ein roher Apfel, auf nüchternen Magen gründlich gekaut und verdaut, gegen Verstopfung. Erstaunlicherweise ist der gleiche Apfel, diesmal jedoch fein gerieben, gut gegen Durchfall. Zudem regen die Wirkstoffe des Apfels den Stoffwechsel an, reinigen das Blut und unterstützen die Heilung von Rheuma, Gicht und Arteriosklerose. Und wer nervös ist, brüht sich aus einer ungeschälten, in Scheiben geschnittenen Frucht einen Apfeltee. Wer lieber etwas für die Schönheit tun möchte, reibt sich einen Apfel, vermischt ihn mit Honig und verteilt ihn auf der Haut.

Symbol für das Leben

Wieder ein paar Tausend Jahre zurück: Bereits in der Antike hat man Apfelbäume kultiviert und veredelt. Denn das Symbol stand nicht nur für Sünde oder Erkenntnis, sondern auch für das Leben, die weibliche Kraft und die Fruchtbarkeit. Liebesgöttinnen wurden mit einem Korb voller Äpfel dargestellt, die Göttin Nemesis hielt einen Apfelzweig in der Hand. Heute sind viele Institute dabei, den idealen Apfel zu züchten. 870 verschiedene Sorten speichert die Gendatenbank des Julius-Kühn-Instituts in Pillnitz. Die Forscher wissen aber auch: Bis eine neue Sorte im Handel auftaucht, können Jahre, ja sogar Jahrzehnte vergehen. Denn erst einmal wird die Sorte angemeldet, dann muss der Obstbauer überzeugt werden, die für den Handel nötige große Menge anzubauen. Und dann dauert es noch, bis aus einem Sämling ein Baum wird, der Früchte trägt. Die Sorte Pinova beispielsweise ist Mitte der 1980er Jahre aus der Taufe gehoben worden, Mitte der 90er hat sie den EU-Sortenschutz bekommen, jetzt gibt es sie im Supermarkt. Übrigens: Früher, als es noch keine riesigen Kühlhäuser und erdumspannende Logistik gab, unterschied man in Sommer-, Herbst- und Winteräpfel – in solche, die man sofort gegessen hat, andere, die gut zu lagern waren, und jene, welche sich für Apfelmus, Kuchen, zum Dörren oder Mosten eignen. Auch dieses Wissen wird gerade wieder belebt – was der Frucht der Erkenntnis nur allzu gut tut.

Text: Thessa Wolf; Foto: fotolia.com – maxi

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