Drei Wochen Frankreich – acht Bäcker- und Konditor-Azubis haben in die Backstuben unserer Nachbarn geguckt.

Klein, das sind sie, die Boulangeries und Pâtisseries, die französischen Bäckereien und Konditoreien. Und meist eher gemütlich. Aber die Warenauslagen, die waren raffiniert und chic. Darauf können sich die acht Azubis einigen, die Ende Januar für drei Wochen in verschiedene Backstuben rund um Meaux, eine Stadt bei Paris, „reingeschnuppert“ haben. Unterstützt haben das Ganze ihre Berufsschule BSZ Agrarwirtschaft und Ernährung sowie die Dresdner Handwerkskammer. In der ersten Woche gab es erst einmal ein bisschen Theorie, Französisch- Unterricht, Touren zu einer Mühle und in die Umgebung – und mit dem eigenen Namen bestickte Bäckerjacken als Geschenk der französischen Schule. In der zweiten Woche wurde es ernst: Jeder Azubi kam in eine Bäckerei oder Konditorei – und durfte sofort mitmachen. Sprachbarrieren? Beseitigte entweder Google, Hand und Fuß oder eine Übersetzerin, die immer angerufen werden konnte. Kulturelle Hindernisse? „Gab es kaum“, so Azubi Paul Neumann. Manch ein Meister konnte sich zwar den Seitenhieb auf die angeblich zu fetten deutschen Torten und die grobschlächtigere Handwerkskunst nicht verkneifen, doch unterm Strich „würden wir’s wieder machen“, sagt Hannah Haubold, die als Dresdner Stollenmädchen Hand an französische Törtchen legen durfte. Und schmecken die nun anders als hier? „Definitiv“, sagt Mike Hauschild. Der angehende Konditor lernte etwa, dass Franzosen Eclairs ganz anders füllen und dabei auch mal pingelig werden. Und dass jeder Patisseur seine ganz eigenen Spezialitäten hat. Für die Bäcker darf natürlich das Baguette nicht fehlen. Azubi Paul Neumann rührte den Teig mit an fürs französischste aller Brote. „Ist aber dann doch sehr ähnlich zu unserem“, meint er. Der Grund, warum viele Läden eher so klein sind, hatte sich übrigens schnell gefunden: Boulangerie darf sich in Frankreich nur nennen, wer die Backstube direkt am Verkaufsraum angeschlossen hat.

Raus in die Welt!

Egal, ob Azubi, Geselle, betrieblicher Ausbilder oder Meister – die Handwerkskammer Dresden bietet allen aus ihrem Bezirk Hilfe, wenn es um einen Auslandsaufenthalt geht, egal wo. Eine eigene Mobilitätsberaterin kümmert sich um:

  • Durchführung organisierter Gruppenreisen zu Praktikumszwecken
  • Hilfe bei der Planung und Organisation individueller Auslandsaufenthalte
  • Beratung zur Finanzierung und Unterstützung bei der Beantragung von Fördermitteln
  • Hilfe bei der Suche nach geeigneten Projektpartnern und Praktikumsbetrieben im Ausland
  • Unterstützung bzw. Durchführung von Vorbereitungsmaßnahmen für Auslandsaufenthalte wie Sprachkurse und interkulturelle Trainings
  • Ansprache und Beratung von Mitgliedsbetrieben zur Aufnahme von ausländischen Praktikanten
  • Anerkennung des Auslandsaufenthalts und Ausstellung des Zertifikats „Europass Mobilität“

Übrigens: Laut Berufsbildungsgesetz kann jeder Azubi bis zu einem Viertel seiner Ausbildungszeit im Ausland verbringen. Bei einer dreijährigen Ausbildung wären das also maximal neun Monate. Diese kann man im Block, aber auch in einzelnen Abschnitten nutzen. Einen Rechtsanspruch gibt es allerdings nicht. Geld bekommt man weiterhin: Der Betrieb muss die Vergütung weiterzahlen, für Reise und Unterkunft muss der Azubi selbst aufkommen. Allerdings gibt es viele Fördermöglichkeiten. Natürlich muss die Berufsschule ebenfalls zustimmen, und Nacharbeiten ist angesagt, auch wenn Im Ausland keine vergleichbare Schule besucht werden muss. Sylvia Miskowiec

Kontakt:

Handwerkskammer Dresden
Uta Müller, Telefon: 0351-4640546
E-Mail: uta.mueller@hwk-dresden.de

Foto: Handwerkskammer Dresden

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